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Eine Stimme für Senioren: Mit zahlreichen Gästen feierte der Seniorenbeirat im Seehof sein 20-jähriges Bestehen

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 28. Januar 2018

Die Gäste erschienen zahlreich, um dem Seniorenbeirat zum 20. Jubiläum zu gratulieren. Auch viele ehemaligen Beiratsmitgliedern und weitere Ehrengäste, wie Annemarie Zottmann, die vor gut 20 Jahren den Vorsitz im ersten Seniorenbeirat innehatte, und Thomas Goppel, Vorsitzender der Seniorenunion Bayern, waren der Einladung gefolgt. Bürgermeister Christian Schiller ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, dem Geburtstagskind seine Glückwünsche auszusprechen. Ihn verbindet schließlich eine besondere Beziehung mit dem Gremium: Auch seine Mutter, Elisabeth Schiller, war vor 20 Jahren Mitglied der Seniorenvertretung.

Wer seinen 20. Geburtstag feiert, für den hat das Leben ja eigentlich gerade erst begonnen. Im Fall des Herrschinger Seniorenbeirats wäre das Wort „jung" vielleicht dennoch nicht ganz richtig gewählt - Mitglied kann hier schließlich nur werden, wer das 60. Lebensjahr bereits hinter sich hat. Dennoch, um etwas für die Gesellschaft zu tun, dafür kann man eigentlich gar nicht zu alt werden, wie Goppel in seiner Rede betont. Der ehemalige Staatsminister sollte wissen, wovon er spricht, immerhin sitzt er seit 44 Jahren im Bayerischen Landtag, und damit länger als jeder andere Abgeordnete in der Geschichte des Parlaments. Gerade im Alter bräuchte man neue Aufgaben, die dem Alltag auch nach dem Berufsleben eine Struktur verleihen, rät Goppel den Gästen.

 

Der Appell zu mehr Engagement kommt vielleicht gerade zur rechten Zeit, denn trotz der zahlreichen Besucher, die an diesem Tag zur Feier erschienen sind, tut sich der Beirat schwer damit, aktive Mitglieder zu finden. Derzeit besteht die Seniorenvertretung aus der Vorsitzenden Helga Viviani, die ihren Posten allerdings im April auf Grund eines Umzugs aufgeben muss, ihrem Stellvertreter Burkhard Siewert, sowie Beirätin Mia Schmidt, die sich bereit erklärt hat, Vivianis Posten kommissarisch zu übernehmen. Hinzu kommen die beiden Beisitzer Angelika Wilcke und Hubertus Höck. Eine Beiratswahl hatte es vor zwei Jahren gar nicht mehr gegeben, es gab schlicht keine weiteren Interessenten – und das in einer Gemeinde, in der immerhin ein Drittel der Bürger für das Amt in Frage käme. Noch bei der ersten Wahl 1997 hatten sich immerhin 13 Kandidaten zur Verfügung gestellt, weit mehr Bewerber also, als es freie Posten gab. Doch im Laufe der Zeit schrumpfte das Gremium immer weiter. Dabei leistet es als Sprachrohr und Anlaufstelle für die älteren Bürger weiterhin einen bedeutenden politischen und gesellschaftlichen Beitrag.

 

Bild Seniorenbeirat

Sie war die erste Vorsitzende im Seniorenbeirat, der vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde: Annemarie Zottmann (sitzend) mit Burkhard Siewert (2. Vorsitzender), Helga Viviani (Vorsitzende) und Mia Schmidt (Beirätin). (v.l.)

 

Beirätin Mia Schmidt erinnert daran, wie alles anfing: Bei der ersten Herrschinger „Seniorendemo" hatten sich an einem Sommerabend vor 20 Jahren etwa zwei Dutzend älter Menschen mit brennenden Kerzen vor dem Rathaus versammelt. Auf der Tagesordnung des Gemeinderates stand damals der Bau einer Seniorenresidenz an der Riederstraße. Der Protest zeigte zwar wenig Erfolg - der Bau wurde abgelehnt - doch der Funke, aus dem am Ende der Seniorenbeirat hervorging, war entflammt. Nun bleibt nur zu hoffen, dass noch mehr Senioren sich für ein Engagement im Beirat begeistern können. Denn Themen gibt es genug, wie Viviani berichtet. Die Verbreiterung des Camilla-Horn-Wegs und das Aufstellen zusätzlicher Ruhebänke etwa haben die Herrschiger dem Beirat zu verdanken. Daneben organisiert er Veranstaltungen und bietet kostenlose Beratungsgespräche an.

 

Für Sie berichtete Marcella Rau