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Ein Quadratmeter Zukunft: Der Verein Promoting Africa plant den Bau eines Mobility Centres in Kenia. Für das Grundstück werden noch Spender gesucht

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 01. Januar 2018

Der Breitbrunner Verein Promoting Africa plant derzeit seine erfolgreiche Berufsschule nahe der kenianischen Stadt Machakos auszubauen, um mit einer neuen Ausbildung zum Zweiradmechaniker für noch mehr jungen Menschen eine echte Perspektive schaffen zu können. Das geeignete Grundstück für das geplante Mobility Centre inklusive Fahrrad- und Autowerkstatt ist bereits gefunden. Doch für den Erwerb fehlen noch die Mittel. Deshalb nun der Aufruf des Vereins: schon für 25 Euro kann einer von insgesamt rund 2 000 Quadratmetern des Grundstücks erworben, und damit ein echter Beitrag für die Zukunft vieler junger Menschen geleistet werden.

 

 Mit dem Skills Centre, einer Berufsschule, die der Verein seit 2012 unterhält, machte es sich Promoting Africa zum Ziel, jungen Menschen nach dem Schulabschluss neue Perspektiven zu schaffen – durch die Ausbildung in einem handwerklichen Beruf. Das Modell hat sich offensichtlich bewährt: Mit rund 100 Schülern ist das Skills Centre inzwischen voll ausgelastet. Bereits neun Ausbildungszweige werden dort angeboten - anfangs waren es drei. Doch die Berufsschule erfreute sich schnell so großer Beliebtheit, dass das Angebot ausgeweitet wurde. Mit weniger technischen Berufen wie dem Kochen, der Konditorei oder dem Friseurhandwerk können heute auch immer mehr junge Frauen erreicht werden, die inzwischen fast ein Drittel der Schülerschaft ausmachen, wie Vorstandsmitglied Ruth Paulig und Vereinsvorsitzende Susanna Kiehling berichten. Doch nicht nur berufsspezifisches Wissen wird im Skills Centre vermittelt: Unabhängig von der Ausbildungsrichtung erlernen alle Schüler wichtige grundlegende Kompetenzen, etwa in der ökologischen Landwirtschaft oder im IT-Bereich.

 

Mit dem geplanten Mobility- Centre soll nun also ein neuer, zehnter Ausbildungszweig hinzukommen: Zweiradmechaniker – ein Beruf der in Kenia durchaus Zukunft hat, wie Paulig berichtet. Denn das Fahrradfahren und der Radsport erfreuen sich dort großer und wachsender Beliebtheit. Andreas Pfies und Desmond King plichten ihr bei. Daran, dass die neue Ausbildung zum Zweiradmechaniker ein voller Erfolg werden wird, haben auch sie nicht den geringsten Zweifel. Pfies ist Ingenieur und Fahrradtechniker und King führt in München ein Geschäft für Bambusfahrräder. Beide sind erst vor kurzem aus Kenia zurückgekehrt, wo sie in Workshops gemeinsam mit Schülern und Lehrern des Skills Centres Räder reparierten, die zuvor in Deutschland gespendet worden waren. Die Begeisterung war überwältigend, berichten die beiden Fahrradexperten. Schon nach kurzer Zeit seinen doppelt so viele Räder fertig gewesen, wie zunächst geplant.

Promoting Africa Bild

Mit der neuen Ausbildung zum Zweiradmechaniker sollen noch mehr jungen Menschen eine Zukunftsperspektive erhalten. Die ersten Workshops, in denen Schüler und Lehrer des Skills Centres unter der Anleitung von Andreas Pfies und Desmond King gespendete Fahrräder reparierten, stießen jedenfalls auf große Begeisterung.

 

Doch nicht nur die Schulungsräume für Zweiradmechaniker sollen in dem neuen Gebäude unterkommen, das der Verein gerne in diesem Jahr errichten möchte. Auch die KFZ-Werkstatt, die bisher eher provisorisch in einer Wellblechhütte untergebracht ist, kann dort endlich einen angemessenen Platz finden. In einem Bistro mit Showroom sollen außerdem Waren, die im Skills-Centre hergestellt werden, verkauft werden, um die Einnahmen des Projektes, das sich mittelfristig zu 50 Prozent aus eigenen Mitteln finanzieren soll, zu steigern. Deshalb war es auch so wichtig, einen günstigen Standort für das neue Mobility Centre zu finden, erklärt Paulig. Die Wahl fiel auf ein Grundstück, das mit seiner Lage direkt an der Hauptstraße nach Machakos einen hohen Publikumsverkehr verspricht. Nun soll das Grundstück quasi Meter für Meter durch Spenden erworben werden. Damit bietet sich nun die einmalige Gelegenheit, nicht nur Gutes zu tun, sondern nebenbei auch noch ein Grundstück in Afrika zu erwerben – zumindest symbolisch. Und das bereits ab 25 Euro.

 

Für Sie berichtete Marcella Rau.