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Was tun, wenn es brennt? Der Mittwochsclub holt sich Tipps vom Brandschutzexperten der Feuerwehr

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 01. Juni 2017

„Fachbereichsleiter für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung des Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern" lautet der offizielle Titel von Willy Deml, der an diesem Nachmittag den Mittwochsclub der Senioren besucht. Angesichts der Thematik kam man im Feuerwehrhaus zusammen und auch der 1. Vorsitzende Michael Polednik hatte sich dazugesellt. Wie verhalte ich mich im Falle eines Feuerwehralarms richtig und was ist geraten, wenn sich in den Gängen eine Rauchentwicklung bemerkbar macht. Die 112 als europaweit geltende Notrufnummer ist meist allgemein bekannt, aber „darüberhinaus verhalten sich viele Menschen im Ernstfall leider falsch" musste Willy Deml in seiner Zeit als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr immer wieder feststellen.

Während in den anderen Bundesländern die Brandschutzerziehung zu den Pflichtaufgaben der Feuerwehr gehört, geschieht dies in Bayern auf freiwilliger Basis. Und doch ist diese Aufgabe immens wichtig, betonte der Brandschutzexperte. Seit langem existiert eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Feuerwehr und vor drei Jahren hat der Landesfeuerwehrverband einen Ordner für alle Schulen herausgegeben, in denen alles Wissenswerte zusammengetragen wurde.
Aber ganz wichtig sei dieses Thema auch für die ältere Generation, die häufig in ihrer Mobilität eingeschränkt ist und sich bisweilen auch durch Erfahrungen im Krieg falsche Verhaltensmuster angewöhnt hat. So solle man auf jeden Fall in seinem Zimmer bleiben und die Tür schließen, wenn in einem öffentlichen Gebäude Feuer ausbricht. Der giftige Rauch ziehe sehr schnell durch die Gänge und da sei das geschlossene Zimmer noch der beste Schutz. Wichtig dann, sich am Fenster für die Feuerwehr bemerkbar zu machen.

Mittwochsclub Brandschutz 1

Aufmerksam verfolgten die Gäste vom Mittwochsclub der Senioren die Ausführungen vom Feuerwehrbeauftragten Willy Deml zum Thema Brandschutz

Und wo denn eigentlich die größten Gefahren im Haushalt lägen fragte Willy Deml in die sehr aufmerksame Runde. Alltagsgeräte wie Herd und Bügeleisen sind hier alte Bekannte, aber das auch die Mehrwegsteckdose eine Gefahrenquelle sein kann, war vielen nicht bewusst. Auch der ständige Betrieb von Ladekabeln sollte überwacht werden, wie natürlich Kerzen, Zigaretten & Co.
Eine neue Regelung besagt, dass ab dem 1.1. 2018 in allen Häusern und Wohnungen Rauchmelder installiert sein müssen. Verpflichtend ist dies für Diele und Schlafzimmer, wohingegen die Küche trotz des Gefahrenpotentials ausgenommen wird. Hier ist die Chance eines Fehlalarms einfach zu hoch urteilt die Feuerwehr, da die Dämpfe beim Kochen von dem Gerät falsch gedeutet werden können. Auch solle man nicht zögern die Feuerwehr zu rufen, wenn man in der Nachbarschaft einen Alarm mitbekommt oder ein Feuer vermutet. „Unsere Hausbesuche sind kostenlos" betont Willy Deml grinsend, dem es lieber ist, einmal zu viel auszurücken, als zu spät zu kommen.
Nach seinen Ausführungen stand er den Senioren noch längere Zeit Rede und Antwort. Das man im Ernstfall ein Feuer in der Wohnung niemals mit Wasser löschen dürfe, sondern es mit einer Decke oder ähnlichem ersticken müsse. Welche Gase bei der Rauchentwicklung entstehen und weitere konkrete Maßnahmen in speziellen Fällen. Und einer Frage wollte Michael Polednik persönlich schnellstmöglich auf den Grund gehen: Ob denn die Durchsage bei Brandschutzübungen in einem Altenheim - „Bei Feueralarm ist das Gebäude sofort zu verlassen" - denn richtig sei? Dass dies nicht der Fall sein kann, hatte die betreffende Heimbewohnerin nach diesem Vortrag ganz richtig erkannt.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling