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Ein Spiel, zwei Spielhälften und eine emotionale sowie spielerische Achterbahnfahrt: Der GCDW startet phänomenal gegen Frankfurt – und verliert am Ende doch

Kategorie: Sport Veröffentlicht: 05. Februar 2018

Es klappte in den ersten beiden Sätzen einfach alles! Die Aufschläge – in den letzten Partien oft Zitterpartien gewesen – kamen donnernd über das Netz und brachten die Frankfurter immer wieder in Bedrängnis. Ein ums andere Mal stimmte König Tropschug die Blockhymne an, um die erfolgreiche Abwehr eines Angriffs feiern zu lassen. Die Angriffe kamen platziert und variantenreich – und ließen anfangs fast vergessen, dass Tom Strohbach krankheitsbedingt ausfiel. Und in Teil II des Spiels? Viele Diskussionen mit den Schiedsrichtern, eine rote Karte für Trainer Max Hauser und irgendwie aus dem Konzept gebracht. Insgesamt betrachtet? Ein spielerisch und emotional geladener Volleyballabend, der lange in Erinnerung bleiben wird!

Es begann mit einem Volleyballfest, wie es sich Spieler und Zuschauer nicht schöner hätten vorstellen können. Nach zwei Auswärtspartien endlich wieder in der heimischen Halle und mit Frankfurt ein hochkarätiger Gegner zu Gast, der auf dem 2. Tabellenplatz zu finden war. Die Halle vollbesetzt mit 1000 Fans, die anfangs aus dem Jubel gar nicht mehr herauskamen. Harte Aufschläge, deren Annahmen nicht selten an der Hallendecke landeten. Blocks, die den Frankfurtern langsam aber sicher den Nerv raubten. Ein variantenreiches und druckvolles Spiel, dass sogar dem Frankfurter Trainer die Worte abrangen: „Ich habe die Herrschinger noch nie so stark spielen sehen!"

GCDW Frankfurt 2

Immer wieder versuchte Max Hauser in den Auszeiten seine Mannschaft wieder besser auf das Spiel einzuschwören, nachdem sie nach 2 überragenden Sätzen den Frankfurtern zu viel Regie überließen

Und dann kam die Pause – und die kam irgendwie unpassend für den GCDW. Sie hatten sich so richtig in einen Rausch gespielt und der war unterbrochen worden.
Plötzlich änderte sich das Bild und jetzt waren es die Herrschinger, die beständig im Rückstand lagen und die reagierten statt das Spielgeschehen zu dominieren. Immer öfter wurden Schiedsrichterentscheidungen angefochten und statt Klatschgeräuschen und Jubel machten sich gellende Pfeifkonzerte auf den Rängen breit. Max Hauser versuchte, Ruhe in die Mannschaft zu bekommen, sie nach Höhenflug und dem Zurück am Boden wieder einzusammeln. Anfangs noch beruhigend, bis auch er immer öfter seinen Unmut über Schiedsrichterentscheidungen kundtat – und im 5. Satz die rote Karte mitsamt Punktabzug für die Mannschaft kassierte. 7:9 im Tiebreak hieß es daraufhin und die Emotionen kochten auf. Noch einmal kann der GCDW den Anschluss wiederherstellen, bis beim Stand von 10:10 die Gäste ohne weiteren Punktverlust das Match für sich entscheiden.

GCDW Frankfurt 3

Trotz heftigen Gebrauch von Klatschpappen und viel Einsatz konnte der GCDW am Ende des Spiels gegen die United Volleys aus Frankfurt das Ruder nicht mehr herumreißen

Noch lange blieben viele Zuschauer in der Halle sitzen und noch etliche Bierkorken floppten auf. So mancher schien nicht weniger erschöpft zu sein wie die Spieler, die – trotz eines wirklich famosen Spiels – mit hängenden Köpfen vom Spielfeld gingen. „Mir hat es seit der 3. Liga nicht mehr so viel Spaß gemacht eine Mannschaft zu trainieren" hatte der Trainer zu Beginn der Saison gestrahlt. Eine Mannschaft, bei der ganz andere Trainingszeiten möglich sind als vorher, wo viele Spieler noch andere Verpflichtungen durch Studium und Beruf hatten. Ein Team, bei dem die Chemie stimmt und ein Team, wo die Zusammenarbeit zwischen Trainer, Co-Trainer und Scout „absolut genial ist" Und ein Team, das mittlerweile in der Lage ist, Tabellenzweite (wie Berlin im Pokalspiel) und Frankfurt (halt beinahe) zu schlagen.

Für Sie berichtete Barbara Geiling