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Der GCDW kickt Berlin aus dem DVV-Pokal ... und das nicht vor den heimischen Fans in der Nikolaushalle!

Kategorie: Sport Veröffentlicht: 29. November 2017

Von einem „historischen Sieg" sprachen sie hinterher, von einem Meilenstein, der sie aus der Außenseiterrolle mitten unter die Favoriten katapultiert hat. 3:2 gegen den amtierenden Deutschen Meister im Berliner Volleyball-Tempel: eine Ansage, die es erst mal zu verdauen gilt! Trainer Max Hauser sprach hinterher von einem „Wahnsinns Spiel" mit einem Ergebnis, auf das er zwar ein ganz bisschen gehofft, aber letztendlich nicht so richtig geglaubt hatte. Und die Spieler? Die verschoben spontan ihre Heimreise und suchten in der Landeshauptstadt nach einer Disco, in der man auch in Jogginghosen feiern durfte. Denn an Ausgehkleidung hatte fast keiner von ihnen gedacht!

0:2 lagen sie hinten und es war ein bisschen Déjà-vu zum Viertelfinale gegen die Alpenvolleys. Auch hier hatten sie die ersten beide Sätze abgeben müssen und es dann doch noch geschafft, das Spiel zu kippen. Aber gegen Berlin? Noch nie hatten sie gegen diese Mannschaft einen Sieg errungen, geschweige denn bei einem Auswärtsspiel. Vor heimischem Publikum - ja da würde man ihnen schon eher so einen Geniestreich zutrauen, wenn sie sich von den Emotionen der Fans mitreißen lassen. Aber nun hat diese frisch zusammengewürfelte Mannschaft bewiesen, dass sie auch außerhalb der Nikolaushalle auf einem Niveau spielen kann, das für die Top-Mannschaften reicht.

GCDW Pokal

So sehen Sieger aus! Der GCDW feiert seinen überragenden Sieg gegen die Berlin Recycling Volleys im Viertelfinale des DVV-Pokals

Nach dem 22:25 und 18:25 kamen die Herrschinger gestärkt aus der Pause immer besser ins Spiel. Der für den verletzten Außenangreifer Slawomir Zemlik ganz frisch dazu gekommene Portugiese José Gomes konnte seine ersten Punkte für den neuen Verein machen – und half mit, den 3. Satz für den GCDW zu holen. Was folgte, waren lange und spannende Ballwechsel, die sowohl an den Nerven von Spielern und Betreuern zehrten, als auch alle Zuschauer restlos begeisterten. 27:25 zum Satzausgleich und den Tie-Break mit 15:13 geholt: trockene Zahlen, denen viel Schweiß, Spiel- und Nervenstärke zugrunde lagen!
"Der ganze Verein und jeder Einzelne hat sich das verdient, vor allem unsere vielen Helfer. Und natürlich die Fans, die so zahlreich hierher gefahren sind." Max Hauser strahlte nach dem Match mit seinem Betreuerteam um die Wette - und war vermutlich mit seinen Gedanken schon wieder ein Spiel weiter: am 13. Dezember stehen sie in Bühl ihren Tabellennachbarn im Pokalhalbfinale gegenüber. Und auch, wenn das Halbfinale alleine schon wieder ein historisches Ereignis ist, so wäre doch der Einzug ins Endspiel noch eins oben drauf...

Für Sie berichtete Barbara Geiling