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Handwerk Kunst - Maler Michael Hartmann stellt derzeit seine Werke im Rathaus aus und begeistert mit Vielfalt und Kreativität

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 25. Dezember 2017

Pigment - Wachs – Glas. Der Name ist Programm bei den Werken des Seefelder Malers Michael Hartmann, die derzeit im Sitzungssaal des Rathauses ausgestellt werden. Pigment, Wachs, Glas - das sind zunächst einmal nichts weiter als bloße Materialien. Doch wer den Umgang damit beherrscht, sie so virtuos in Szene setzen kann, wie Hartmann das gelingt, der kann sie in Großes verwandeln. Dabei, so der Künstler, ist es durchaus gewollt, dass der Titel der Ausstellung das Handwerk in den Fokus stellt. Denn genau das ist es. Es gilt zunächst einmal zu zu erlernen, wie man die verschiedenen Stoffe einsetzen kann. Erst wer das verstanden hat, kann frei experimentieren.

Genau diese Lust am Entdecken und Ausprobieren von Neuem sind dem Künstler und seinen Werken dabei deutlich anzumerken. Da hängen großformatige und abstrakte Farbenspiele neben kunstvoll gearbeiteten Rosen aus Einpackpapier und Wachs. Da sind eindrucksvolle Landschaftsbilder, deren ungewöhnliche Struktur durch echtem Ammerseesand bestimmt wird und die somit, obwohl mehr oder weniger phantastisch, ein ganz reales Stück Heimat in sich tragen. Gleich daneben laden phantasievolle mehrschichtige Glasmalereien dazu ein, einen Blick in eine farbenprächtig verspielte Märchenwelt zu werfen. Doch so verschieden sie auch sein mögen, jedem der Bilder wohnt eine deutlich sichtbare, fast kindliche Freunde am Material inne.

 

Michael Hartmann Bild

Man muss das Handwerk verstehen, um als Künstler nicht so schnell an seine Grenzen zu stoßen und die Freiheit zu erlangen, auszuprobieren. Der Seefelder Maler Michael Hartmann stellt derzeit seine Werke im Sitzungssaal des Rathauses aus.  

 

Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Hartmann, der in der IT-Branche tätig war, bevor er sich schließlich gänzlich der Malerei widmen konnte, so begeistert von der Kreativität und Unbeschwertheit der jungen Schüler ist, die er derzeit in der Kindermalschule seiner Tochter in München unterrichtet. In einem Video stellte er deren Arbeiten zu Beginn der Vernissage seiner Ausstellung am 19. Dezember vor. Der Stolz ist ihm dabei deutlich anzumerken, doch auch unter den Gästen, die zahlreich erschienen sind, macht sich Heiterkeit breit. Auch einige von Hartmanns älteren ehemaligen Schülern sind darunter. Denn vor vielen Jahren hatte dieser Malerei in der Herrschinger Volkshochschule unterrichtet. Es werden Anekdoten ausgetauscht aber natürlich auch die ausgestellten Werke besprochen.

 

Die Kunst sei schon immer seine große Leidenschaft gewesen, auch wenn ihm dabei nichts in die Wiege gelegt worden ist und der Umgang mit Farbe auch viel Übung erforderte, berichtet der Künstler, der völlig frei von Allüren mit seinen Gästen plaudert und dabei eher zurückhaltend, fast bescheiden wirkt. Deshalb sei es auch so ein Glück für ihn gewesen, dass er früh mit dem Arbeiten aufhören konnte, um sich gänzlich seiner Kreativität zu widmen. Doch nachdem er den Ruhestand antreten hatte, zog es ihn zunächst in die Ferne. Gemeinsam mit seiner Frau verbrachte er ein ganzes Jahr in Bali. Erst als dann die Geburt des ersten Enkelkindes bevor stand, kehrten sie zurück in die Heimat. Auch hier widmete der Seefelder Künstler seine Freizeit weiter ganz der Malerei. Und obwohl er schon so lange dabei ist bleiben noch immer neue Techniken auszuprobieren, neue Materialien, die darauf warten, erforscht zu werden. „Pigmente – Wachs und Farben" jedenfalls lädt noch bis zum 15. Februar in Sitzungssaal des Rathauses dazu ein, entdeckt zu werden.

 

Für Sie berichtete Marcella Rau.