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Nie um eine Szene verlegen - Ein unterhaltsamer Abend mit ImproVaria

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 25. Mai 2017

Nervosität? Unsinn. Man wisse schließlich sowieso nicht, was auf einen zukommt. Also einfach den Kopf ausschalten und los, rät Gerd Neumayer, bevor er die Bühne betritt, die er sich an diesem Abend mit den anderen vier Mitgliedern der Improvisationsgruppe des Ammerseer Bauerntheaters, ImproVaria, teilt. Aber was sollte auch schief gehen, wenn vorher nichts geplant ist? Denn, sieht man vom Begrüßungslied ab, ist wirklich alles, was das Publikum zu sehen bekommt, reine Improvisation.

Schon in den ersten Sekunden löst sich versehentlich eine Bahn des schwarzen Stoffs, mit dem die Bühne verkleidet ist. Doch was bei einem „normalen" Theaterstück als Panne gelten würde, sorgt hier lediglich für ein weiteres willkommenes Requisit, das von den Künstlern spontan in eine der kurzen komödiantischen Sequenzen eingebaut wird. Aber mit einem „normalen" Theater hat das, was da auf der Bühne geschieht, sowieso recht wenig zu tun. Was wäre das auch für ein Stück, in dem die Darsteller sich mit Themen wie Achselhaarstyling oder den ausbleibenden Zuchterfolgen grün gefärbter Eier befassen müssten? In einem Moment als Rose, dann als „Westernballerina", und schließlich als blutrünstiges Monster auf der Bühne stehen? Weder den Darstellern, noch dem Publikum, durch das sie mit Vorlagen versorgt werden, mangelt es an Kreativität.

 

Improtheater Bild 1

Keine Angst, die wollen nur spielen: Petra Ziegler und Gerd Neumayer (v.l.)

 

Das schöne am Improvisationstheater ist ja auch, dass es Raum für die absonderlichsten Ideen bietet. Dass dann aber auch wirklich immer ausgesprochen unterhaltsamen Szenen entstehen, ist dem großen Talent der vier Darsteller (das fünfte Mitglied des Ensembles, Monika Jäger führt als Moderatorin durch den Abend) zuzuschreiben, die das Publikum mit grandioser Mimik und viel Körpereinsatz begeistern. Improvisationstheater, das sei für ihn auch „die Lust am Scheitern". Wer nur darauf bedacht sei, eine gute Figur auf der Bühne zu machen, ist da fehl am Platz, so Neumayer. Vom Scheitern jedoch war an diesem Abend wenig zu spüren. Stattdessen hatten sowohl die Darsteller, als auch das Publikum sicht- und hörbar Freude an der großen Kunst des Blödsinns.

Wer sich das nicht entgehen lassen möchte: Das nächste Mal ist ImproVaria am 7. Juli in Carlas Kaffeehaus zu sehen.

 

Für Sie berichtete Marcella Müller

 

Improtheater Bild 2

Das Ensemble von ImproVaria macht in jeder Pose eine gute Figur: Tom Dittmar, Petra Ziegler (stehend), Rebekka Müller-Mannchen und Gerd Neumayer (v.l.)