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Alle Jahre wieder ein riesen Erfolg: Das Kinderkonzert der Münchner Philharmoniker begeistert die kleinen und großen Zuhörer im Saal vom Haus der Bayrischen Landwirtschaft

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 29. Januar 2015

Text/Foto: bg) Mozart und Kinder – das passt einfach gut zusammen. Und wenn es dann noch von Heinrich Klug und seinem Orchester präsentiert wird, in dem Musiker aller Altersstufen zusammenspielen und wo das Heranführen an die klassische Musik im Vordergrund steht, dann gleich noch viel mehr. Bald werden es vier Jahrzehnte sein, die der ehemalige Solocellist der Münchner Philharmoniker mit diesen Konzerten jedes Jahr aufs Neue viele Kinder und Eltern begeistert – und noch scheint er kein bisschen müde zu sein. Voller Elan dirigiert er Orchester, Sänger und Publikum, das sehr schnell seine passive Rolle aufgeben muss...

 

 

Die Zauberflöte und vertonte Märchenausschnitte von Ravel standen auf dem Programm und es war wohl klar, welcher Komponist bei den Kindern den größeren Anklang finden würde. So oft diese lustige und beschwingte Oper, die doch eigentlich einen moralischen Ansatz in sich birgt, auch gespielt wird – sie ist und bleibt ein probates Mittel, auch junges Publikum für diese Art von Musik zu begeistern. Heinrich Klug erzählte den Kindern aus dem Leben Mozarts, „der in Eurem Alter nicht in die Schule gegangen, sondern in der Welt herumgefahren ist und danach wunderschöne Stücke geschrieben hat". So eben auch die Zauberflöte, die seit ihrer Uraufführung 1791 einen nie dagewesenen Siegeszug angetreten hat.
Für diese Aufführung hatte Klug den Versuch unternommen, die verschiedenen Figuren mit Instrumenten zu koppeln. So spielte das Fagott den lustigen Vogelfänger, während Pamino und Pamina durch Cello und Bratsche ihren Ausdruck fanden. Damit die Oper aber noch verständlicher für die jungen Zuhörer würde, übernahmen Kinder in phantasievollen Kostümen die Singstimmen. Es wurde ein Versuch der vollauf gelang! Anfangs noch zögerlich beteiligte sich bald das Publikum immer lebendiger an der Vorstellung, wenn Heinrich Klug es in seiner energischen Art dazu aufforderte. Kleine Mädchen trauten sich auf die Bühne, um am Mikrophon selber ein Teil der Arie zu versuchen. Und aus dem zaghaften Mitsingen einzelner Mutiger aus den Reihen der Zuhörer wurde im Laufe des Nachmittags (fast) ein geübter Chor mit Kinder- und Erwachsenenstimmen. Es entwickelte sich ein sprühendes Miteinander von Profis der Münchner Philharmoniker, Nachwuchskünstlern verschiedenen Alters, die allesamt schon erste Preise eingeheimst hatten – und eben dem begeisterten Publikum: lebendiger kann man sich die Zauberflöte kaum vorstellen!

Kinderkonzert 1

Die Kinderkonzerte der Münchner Philharmoniker: Ein Orchester in dem Jung und Alt miteinander musiziert und wo auch das Publikum gefordert wird!


In der Pause dann kamen wie immer die Künstler ins Foyer und mischten sich unter die Gäste. Die Sänger in ihren bunten Kostümen waren bald umringt und von manchen wohl ob ihres Muts bewundert, so jung als Solist zu singen. Besonders kleine Mädchen stürmten zu den netten Geigenspielerinnen, die geduldig und mit Spaß erklärten und sogar erste Versuche auf ihren Instrumenten zuließen. Nur zögerlich ließen die vielen Kinder diese erfahrungsreiche Pause zu Ende gehen, um sich nun Ravel zu Gemüte zu führen. Der Franzose ist nicht gerade für seine eingängliche Musik bekannt und es gehört wohl ein Stück Mut dazu, ihn für ein Kinderkonzert auszuwählen. Und doch hat Maurice Ravel für die Kinder von Freunden Szenen aus bekannten Märchen in Töne umgesetzt. Das schlafende Dornröschen, deren zaghafte Melodie mit abgedämpften Instrumenten gespielt wurde. Oder der herumirrende Däumling, dessen Verzweiflung so treffend die Klarinette intonierte – musikalisch faszinierend und doch für ungeübte Kinderohren eher fremd. Gerade nach einem Stück wie der Zauberflöte war es für die Jüngsten schwer, ihre Aufmerksamkeit zu halten. Vielleicht wäre die andere Reihenfolge eine Idee gewesen – wenngleich der größte des Publikums auch beim zweiten Teil begeistert dabei war und stürmischen Applaus spendete!

Kinderkonzert 4

Ob sie auch mal mit dem Geigenunterricht starten werden? Besonders auf Mädchen scheint das Instrument eine starke Wirkung auszuüben