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Die „Neue Jazzschool München e.V.“ zu Gast im Kurparkschlösschen - Ein junges Schülerquintett begeistert mit viel Spielfreude und technischer Reife!

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 22. September 2014

(Text/Foto: bg) Jungen und noch unbekannten Künstlern ein Forum zu bieten, in dem sie Erfahrung sammeln können – und gleichzeitig dem Publikum etwas ganz neues zu bieten, das man nicht überall hören und sehen kann: „Das ist genau das, was wir wollen" meinte Margit Metz, die Vorsitzende des Kulturvereins enthusiastisch. Die fünf angehenden Jazzmusiker der staatlich anerkannten Berufsfachschule für Musik dankten es dem Kulturverein mit dem was sie am besten können: mit einem hervorragend gespielter Querschnitt durch verschiedene Stilrichtungen des Jazz.

Die Neue Jazzschool München e.V. ist Deutschlands älteste Ausbildungsstätte für Jazz- und Popularmusik. Gegründet 1974 von dem Jazzpianisten Joe Haider bietet das Institut heute neben offenen Unterrichtsprogrammen und Workshops mit seiner Berufsfachschule für Musik, Fachrichtung Rock/Pop/Jazz eine staatlich anerkannte Ausbildung für angehende Profis. Laut Flyer der Schule ist es deren übergeordnetes Ziel, „die Spielfreude und Kreativität ihrer Schüler zu fördern, um ihnen einen eigenen, individuellen Stil zu ermöglichen." ... Und dieser Leitsatz wurde von den jungen Musikern aus der Absolventenklasse eindrucksvoll demonstriert! Brauchten sie das erste Stück vielleicht noch, um sich mit den Räumlichkeiten und Publikum vertraut zu machen, gingen sie bald vollkommen in ihrer Musik auf. Mit viel technischer Brillanz, einem Gefühl für die Musik, das auch viele erfahrene Musiker nicht besser umsetzen können und vor allem einer hörbaren Freude an „ihrer" Musik begeisterten sie die Zuhörer im Kurparkschlösschen.

Jazzkonzert 2

Die jungen Musiker aus der Abschlussklasse der Neuen Jazzschool München e.V. interpretierten gekonnt einen bunten Querschnitt durch verschiedene Stile des Jazz


Da war z.B. ein Bossa Nova, dessen brasilianischen Ursprung die zierliche Sängerin mit einer Stimme widerspiegelte, die man ihr auf den ersten Blick wohl nicht zugetraut hätte. Gefühlvoll interpretierte sie diesen Musikstil, der in den 60er Jahren mit den südamerikanischen Musikern nach Amerika kam und dort großen Einfluss auf die Entwicklung des Jazz hatte. Der Schlagzeuger, der sich schon davor mit den Sticks perfekt in die Dynamik der Gruppe eingegliedert hatte, wechselte hier erstmals zu den „Jazzbesen", mit denen er dieser Stilrichtung zu der so typischen Untermalung verhalf. Auch in den folgenden Stücken zeigten die fünf Musiker, wie gut sie miteinander harmonisieren. Sie hörten aufeinander, spielten sich gegenseitig ihre Soloeinlagen zu, um dann wieder gekonnt zueinander zu finden. Ob flottere Stücke etwa von Miles Davies, oder mehr die ruhige sentimentale Linie eines Duke Ellington: sie können und mögen hörbar beides! Ob gewollt oder Zufall – die Stücke sind auch so gewählt, dass alle Instrumente „ihren" großen Auftritt haben und es machte Spaß zu sehen, wie sie sich jeweils über die gelungenen Soli ihrer „Kollegen" freuten.
Wenn die Fünf in diesem Schuljahr ihren Abschluss als „staatlich geprüfter Ensembleleiter Fachrichtung Rock/Pop/Jazz) machen, werden sie den ersten Schritt in Richtung einer Musikerkarriere absolvieren. An diesem Nachmittag im Kurparkschlösschen haben sie auf jeden Fall gezeigt, dass sie das Zeug dazu haben. Technisch schon sehr ausgereift, mit viel Ausdruck und Einfühlungsvermögen, die ein wirkliches „Zusammenspiel" ermöglichen – und der Lust an ihrer Musik!