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Kürbismonster aus dem eigenen Garten! Die „Dreckspatzen“ aus Breitbrunn schnitzen zum Jahresabschluss gefährliche Gefährten

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 17. Oktober 2016

Ganz ohne Blut lief es nicht ab – aber damit muss man wohl rechnen, wenn man kleine Monster herstellen will! Und mit einem Pflaster ließ es sich auch gleich wieder munter weiter schnitzen. Große Augen, gefährliche Zähne oder doch eher ein Grinsegesicht: hier durften alle Mitglieder der Kindergruppe des Gartenbauvereins Breitbrunn nach Lust und Laune gestalten. Die „Dreckspatzen" waren am Ende mit Recht stolz auf ihre Kunstwerke, an deren Erschaffung sie von der Einsaat bis hin zur Ernte und der abschließenden Verzierung beteiligt waren.

 

 

Im Jahr 2008 entstand im Klostergarten von Breitbrunn ein Aktions- und Lehrgarten für die Kindergruppe des Gartenbauvereins. Die Schwestern des Konvents hatten sich damit einverstanden erklärt, dass die Kinder die alten Beete wieder instand setzen und mit ihrer Leiterin Heidi Körner hier sähen, pflanzen, Unkraut jäten, von den Früchten naschen und ganz einfach die Natur beim Wachsen beobachten. „Die alten Beete waren früher beheizbar und hier haben die Schwestern schon zu Kriegszeiten Gemüse angebaut und es an die Dorfbevölkerung verkauft" weiß Heidi Körner zu berichten. Jetzt aber bewirtschaften sie und seit Anfang des Jahres ihre Tochter Barbara als Leiterin der Kindergruppe die Beete mit den Kindern. Heidi Körber ist auch im Kreisverband als Jugendbeauftragte tätig und entsprechend aktiv kurbelt sie die Aktivitäten hier an. „Im Landkreis gibt es nur drei Kindergruppen" bedauert sie und das sind ihr eindeutig zu wenig.

Kuerbismonster 1

Stolz präsentieren die Dreckspatzen ihre fertigen Monster aus den frisch geernteten Kürbissen des Klostergartens

Die Kinder jedenfalls genießen die Arbeit an „ihren" Beeten. Die Kürbisernte war ein voller Erfolg gewesen, der Naschgarten trug viele Beeren und eine Wildblumenwiese lud immer wieder zum Blumenpflücken ein. Auch an ein Hotel für Insekten wurde gedacht und jetzt im Herbst an Unterschlupfmöglichkeiten für Igel & Co. Für das nächste Jahr haben sie bereits ein Beet für eine (kleine) Erdbeerplantage hergerichtet und auch die Kürbiskerne ihrer Monster wurden sogleich wieder in die Erde versenkt. Der Klostergarten mit seinem weitläufigen Gelände bietet ideale Bedingungen für eine solche Gruppe. Platz für Beete, zum Austoben, der Seezugang, große Streuobstwiesen, auf denen auch Aktionen wie das „grüne Klassenzimmer" stattfinden. Die angrenzende Weide für Galloway-Rinder, die das richtige Ambiente für das selbergebaute Indianer-Tipi ergibt und einem Hausmeister, der auch mal helfend einspringt. Die Helfer der Dreckspatzen sind dem Konvent überaus dankbar für diese Möglichkeiten.

Kuerbismonster 5

Nach dem Schnitzen wollten die Kinder sogleich die Kürbiskerne wieder einpflanzen – damit auch im nächsten Jahr wieder gruselige Monster wachsen!

„Durch die Gründung der Kindergruppe wollten wir auch neue Impulse für den etwas in die Jahre gekommenen Gartenbauverein setzen" meint Heidi Körner – und hatte durchaus Erfolg mit dieser Aktion. Einige der Eltern sind mittlerweile selber aktiv im Verein oder springen als Helfer immer mal wieder ein. So ist heute z.B. Anneliese Lechner dabei, die als ehemalige Kindergärtnerin viel Erfahrung im Kürbisschnitzen mitbringt. Gut so, denn es handelt sich hier um ein Pilotprojekt der Dreckspatzen und gerade den kleineren Kindern fällt das Schnitzen mit der dicken Schale doch noch schwer.

Kuerbismonster 4

Anneliese Lechner hat als ehemalige Kindergärtnerin viel Erfahrung mit solchen Basteleien und hilft immer wieder gerne mit

Zwischen 4 und 10 Jahren sind die Mitglieder alt und durch Aushänge im Kindergarten wird immer wieder neuer Nachwuchs gesucht. Die Vierjährigen allerdings durften beim Monster-Schnitzen noch nicht mitmachen – sonst wäre am Ende vielleicht zu viel Blut geflossen.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling